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Digitalisierung ist nicht nur WLAN und besseres GSM-Netz

Ja, das beginnt ohne Geräte. Bevor man nicht die elementaren theoretischen Kenntnisse hat, werden auch andere Dinge nicht weiter vermittelt.

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Mangel in Technikkompetenz bei Lehrern und Eltern beschämend

Dass es immer noch Lehrer und Eltern gibt, die behaupten nicht einmal im Ansatz Ahnung von der notwendigen Technik haben, ist beschämend. Alle sind bei Facebook, aber auf einmal kann keiner einen Computer bedienen oder hat Internet.

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Es geht um soziale Ungleichheit

Ich staune über die Welt,- und Realitätsfremden Kommentare einiger Leute hier, (aber auch in den ganzen anderen Diskussionsbeiträgen zum selben Thema in anderen Gruppen/auf anderen Seiten) die offenbar meinen, es sei für alle sooo easy mit dem virtuellen Lernen.
Facebook ist leicht zu bedienen, wenn man sich weder mit AGB noch mit den tieferen Privatshäreneinstellungen beschäftigt. Sieht man ja täglich.
Und ja, heutzutage hat fast jeder ein Internetfähiges Handy, viele haben auch einen richtigen PC oder ein Laptop daheim.
Aber es geht ja um soziale Ungleichheit, also um Menschen, die arm sind oder aufgrund anderer Gründe keinen Zugang zu festem Internet haben.
Also um Menschen, die sich oft keinen Heim-PC leisten können, wobei es weniger am Gerät an sich scheitert, die gibt es ja gebraucht schon recht günstig. Aber der Internetvertrag ist für viele unbezahlbar.
Zudem haben zwar viele vielleicht ein Handy- aber ohne Vertrag mit viel Datenvolumen, sondern mit Prepaidkarte. Sei es, weil Vertrag einfach zu teuer ist oder weils Netz nicht gut ist dort wo man lebt und es sich deswegen nicht rentiert, oder weil man eventuell erst gar keinen Vertrag bekommt dank Schufa usw...
Gibt viele gute und oft unlösbare Gründe.
Für den privaten Normalverbrauch reicht das ja auch mit der Prepaidkarte.
Aber das echt nicht unerhebliche Datenvolumen für die ganzen neuen jetzt von den Lehrern/Schulen verlangten Schulapps/Schulprogrammen wie z.B. Zoom übersteigt das Datenvolumen um ein vielfaches, das können sich viele nicht leisten.
Zudem- auf vielen einfachen Handys oder Laptops lassen sich manche Apps auch gar nicht erst installieren, da schlicht nicht kompatibel/ das Gerät nicht die erforderliche Technik drauf hat, zu "alt" ist usw...
Auch hier gibt es sehr oft Probleme, die auch Technikversierte Menschen mit diesen Endgeräten nicht lösen können.
Sprich: hier braucht es für die ärmeren oder benachteiligten Familien zum einen geeignete Geräte mit bereits installierter Schulsoftware, auch zum Scannen usw., zum anderen aber auch die finanziellen Mittel, um den erhöhten Datenverbrauch, aber durchaus auch auflaufende erhöhte Druckkosten im Homeschooling stemmen zu können.
Denn dadurch werden jetzt schon seit Monaten alle Schüler gnadenlos angehängt, die sonst in der Schule selber recht passabel bis sehr gut lernen und mithalten können, hier nun aber schlicht keine Chance haben, weil eine oder gar alle Voraussetzungen fehlen, um wie alle anderen online/digital lernen zu können.
Das betrifft ALLE Schularten, von der Grundschule bis zur Berufsschule, da die wenigsten Schulen richtig digital Grundausgerüstet sind und auch am die benachteiligten Menschen schon von Anfang an mitgedacht haben.
Es gibt leider nur sehr wenige Schulen, die seit Jahren digital gut integriert sind und auch an die benachteiligten Schüler mitgedacht haben.
Das ist die absolute Minderheit.
Die tatsächliche Realität schaut in der Mehrheit anders aus.
Aber erstaunlicherweise erwartet immer jeder, dass "heutzutage" gefälligst und natürlich jede Familie bereits einen PC mit funktionierendem Internet, riesigem Speicherplatz für zusätzliche Apps/Programme, internetfähiger Kamera etc. zuhause hat...
So. Das ist jetzt mal die Grundbasis.
Wenn DAS Problem für alle gelöst ist, kommen wir zum nächsten Thema:
Die fehlenden Lehrkräfte seit Jahrzehnten an den Schulen- und nun zuhause die fehlende kompetente Lehrkraft, die einem sachlich und ohne familiäre Emotion die zu erlernenden Sachen richtig und korrekt erklären kann. Vieles geht sicherlich virtuell. Aber eben nicht alles. Manches muss einem direkt gezeigt und erklärt werden, ohne dass man nebenher auch noch auf die Technik achten muss oder die schlechte Netzqualität mal wieder alles zerhackstückelt.
Sicherlich können viele Eltern vieles auffangen, aber eben nicht alle.
Wie viele sind selber von geringerer Schulischer Bildung, haben aber alles getan, damit es ihre Kinder besser haben können und weiter bringen, besser lernen können, auf bessere, höherwertigere weiterführende Schulen gehen können.
Oder wie viele waren mal auf guten Schulen und hatten gute Noten- kommen aber mit dem heutigen Unterrichtsstoff einfach nimmer mit oder nicht zurecht, zumal oft die heutigen Lehrer ganz andere Lösungswege oder Rechenarten oder Schreibarten verlangen als die Lehrer früher.
Als Beispiel: Wie oft stehen eigentlich Mathematisch gut ausgebildete Menschen fassungslos vorm Kind mit der Frage: "Wie, du darfst laut deinem Lehrer auf DIESE Weise nicht rechnen, er sagt das sei der falsche Rechenweg?!" [Ausdrucksloses Gesicht - Emoji]
Da braucht es einfach auch Kräfte, die zu einem nach Hause kommen können und einem die dringlichsten Fragen erklären können.

[Auf einen Post zu Homeschooling in der Corona-Krise haben wir auf Facebook diesen Beitrag erhalten und ihn nachträglich von der Moderation auf der Dialogplattform eingestellt.]