Wie viel Wir braucht dein Ich?

In der Corona-Krise sehen wir, was wirklich wichtig ist: Menschen, die uns helfen, wenn wir krank sind. Familie und Freunde. Die Kollegin, die einspringt für uns. Wo hast du in der Krise gemerkt, dass du es alleine nicht packst?

Solidarität ist gefragt

Keiner von uns lebt ganz auf sich gestellt. Sich Helfen funktioniert im Kleinen – in der Familie und in der Nachbarschaft, aber auch im Großen – in Deutschland und in Europa. Solidarität ist der Boden, auf dem wir stehen. Sie fängt an beim Einkauf in der Corona-Krise für Nachbarn, die zur Risikogruppe gehören. Solidarität sind aber auch unsere ge-meinsamen Sozialversicherungen. Durch den Lockdown und den Konjunkturabsturz gibt es aktuell mehr Arbeitslose – im Juni waren es 2,9 Millionen. Dazu kommen viele ArbeitnehmerInnen in Kurzarbeit, rund sechs Millionen waren es im Mai. 

Pandemie zeigt Ungerechtigkeiten wie ein Brennglas

Das bedeutet steigende Ausgaben bei sinkenden Einnahmen. Anja Piel vom DGB-Bundesvorstand fordert im Interview gerade jetzt eine starke Arbeitsmarktpolitik. Wichtig ist ihr, dass nicht „in der Pandemie Menschen am unteren Ende mehr verlieren als andere. Die Krise wirkt ja auch wie ein Brennglas, durch das wir Ungerechtigkeiten noch deutlicher sehen.“ Besonders wichtig sind auch bessere Arbeits- und Lebensbedingungen: „Wir haben gerade ein Aufmerksamkeitsfenster für viele Beschäftigtengruppen offenstehen, dazu gehören beispielsweise die Pflege und die Fleischwirtschaft. Das müssen wir gut nutzen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Diejenigen, die es schwer haben in der Krise, sollen es nicht noch schwerer haben“, so Anja Piel.

Wer sollte mehr Solidarität bekommen in der Krise? Was braucht es, damit nicht zu viel Ich das Wir schwächt? Schreib uns!