Welttag für Lehrerinnen und Lehrer am 5. Oktober

Lehrerin an der Tafel vor einer Klasse

Seit 1994 wird der Weltlehrer/innentag am 5. Oktober gefeiert. Er will die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern wertschätzen und macht gleichzeitig auf die weltweiten Defizite in den Bildungssystemen aufmerksam. Der Tag wurde durch die UNESCO, die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die Bildungsinternationale (BI) ins Leben gerufen. Auch im DGB-Zukunftsdialog ist die Situation von Lehrerinnen und Lehrern immer wieder Thema. Diskutieren Sie mit!

2020 – ein turbulentes Schuljahr

Klar ist: Das Corona-Virus stellt auch Lehrerinnen und Lehrer vor besonderen Herausforderungen. Durch die Schließung der Schulen in den ersten Monaten der Pandemie mussten Lehrerinnen und Lehrer neue, vor allem digitale Wege finden, um ihre Klassen zu unterrichten. Gleichzeitig ist ihre Arbeit wichtig wie nie. Passend lautet das Motto des diesjährigen Weltlehrer/innentages: Lehrkräfte übernehmen in der Krise Verantwortung. Sie gestalten die Bildung für die Zukunft.

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Marlis Tepe sieht in der aktuellen Situation auch neue Handlungsspielräume: "Die Corona-Krise bietet auch Chancen. Diese müssen jetzt genutzt werden, um umzusteuern. Deutschland muss mehr Inklusion und gemeinsames Lernen ermöglichen sowie selbstgesteuertes und kooperatives Lernen stärker unterstützen."

Bildungssystem jetzt verbessern!

Tepe spricht den Handlungsbedarf in unterschiedlichen Bereichen an: "Lehrende und Lernende brauchen kleinere Klassen und Gruppen in Schule und Kita." So könnte durch einen individuelleren Unterricht auf die persönlichen Bedürfnisse der Schüler/innen eingegangen werden.

Zustimmung dafür gibt es auch aus dem Zukunftsdialog. So sieht ein/e Nutzer/in kleinere Klassen als eine Strategie, um die Zahl von Analphabet/innen zu verringern:

"Kleinere Klassen mit jeweils zwei Lehrern. Einer macht die Hauptlinie des Unterrichts, ein anderer unterstützt punktuell. Dazu Personal, dass in Extrastunden lesen übt."
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Doch neben der Klassengröße ist vor allem der Lehrkräftemangel ein großes Problem im normalen Schulbetrieb. Ein/e Nutzer/in wünscht sich:

"An Schulen mehr Lehrer, die uns unterrichten, sodass unser Unterricht nicht so oft ausfällt."
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Und ein weiterer Impuls aus Oldenburg fordert knapp: "Mehr Lehrer".

Ungleiche Bezahlung: Alltag für Lehrerinnen und Lehrer

Neben den Defiziten im Unterricht selbst, ist die ungleiche Bezahlung von Lehrkräften problematisch. So werden vor allem Grundschullehrer/innen deutlich schlechter als Kolleg/innen an weiterführenden Schulen bezahlt. Dies ist auch im Zukunftsdialog präsent, so fordert ein Beitrag:

"Alle Lehrer sollten das gleiche Gehalt bekommen. Es sollte nicht mehr zwischen den Schulformen differenziert werden."
>> Was ist Ihre Meinung hierzu? Finden Sie diese Forderung gerechtfertigt?

Was muss aus Iher Sicht getan werden, um die Situation an unseren Schulen für Lehrende und Lernende zu verbessern? Sagen Sie es uns im Zukunftsdialog.

Text: Elisa Biegner