Skandal bei Gilde Brauerei: Unternehmen verweigert Gespräche mit Gewerkschaft und reagiert mit Aussperrung

DGB solidarisch mit Gilde-Beschäftigten in Hannover

Bei der zweiten Regionalkonferenz des DGB-Zukunftsdialogs trafen sich an diesem Wochenende über 200 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Hannover. In der Stadt sind die Beschäftigten der Gilde Brauerei schon seit Monaten im Streit mit ihrem Arbeitgeber. Deshalb hatte der DGB Kolleginnen und Kollegen der Brauerei zusammen mit Thomas Domke, Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), eingeladen, von der Auseinandersetzung zu berichten.

Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Gilde Brauerei

So ist die Gilde 2015 an den Großkonzern TCB Beteiligungsgesellschaft verkauft worden. Das hatte den Effekt, dass es seitdem eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Unternehmen gibt: Beschäftigte, die seit Januar 2016 eingestellt wurden, verdienen brutto im Durchschnitt rund 15.000 Euro pro Jahr weniger, weil sie im Gegensatz zu den Alt-Beschäftigten keinen Anspruch auf tarifvertragliche Leistungen haben. 

DGB solidarisch hinter Gilde-Beschäftigten

Die Gewerkschaft NGG wollte diese Ungleichbehandlung beenden und einen Tarifvertrag aushandeln. Doch seit September 2019 lehnt das Unternehmen jegliche Gespräche ab. Die Gewerkschaft rief deshalb zu mehreren Streiks auf. Anfang des Jahres kam es dann zur Eskalation des Konflikts: Die Unternehmensleitung sperrte Beschäftigte und Betriebsratsmitglieder aus, veröffentlichte ihre Namen am Werkstor. Ein Skandal aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Regionalkonferenz. Sie reagierten mit einer Solidaritätserklärung in Form eines Gruppenbildes. Außerdem schlossen sich viele der Demonstration und Kundgebung am Samstag in der Hannoveraner Innenstadt an, an der sich Kolleg/innen aller DGB-Gewerkschaften beteiligten. Auch DGB-Bundesvorsitzender Reiner Hoffmann sprach auf der Kundgebung u.a. neben dem NGG-Vorsitzenden Guido Zeitler und dem IG BCE-Chef Michael Vassiliadis.

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