Gewerkschaften gemeinsam mit Partnern für bezahlbares Wohnen aktiv

DGB-Aktion für mehr bezahlbaren Wohnraum in Chemnitz

Steigende Mieten sind aktuell eines der großen gesellschaftlichen Themen – und ein Thema für Gewerkschaften. Denn tariflich durchgesetzte Lohnsteigerungen werden nicht selten von der Miete wieder aufgefressen. Und gewerkschaftlich erkämpfte Arbeitszeitverkürzungen entfalten nicht ihre volle Wirkung, wenn immer mehr Menschen auf langen Pendelstrecken im Stau stehen, weil eine Wohnung am Arbeitsort zu teuer wird. Es geht schlussendlich um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.

Das haben wir mit unserer Aktionswoche Bezahlbar ist die halbe Miete im März deutlich gemacht (>> Rückblick mit Fotos, Video und mehr). Das rege Medienecho hat gezeigt, dass wir damit einen Finger in die Wunde gelegt haben. Mit Aktionen vor Ort, mit Bündnisarbeit und gegenüber der Politik haben wir Druck gemacht – und wir machen weiter! Einige Beispiele für unsere Aktivitäten zum Thema Wohnen stellen wir hier vor.

Unterschriftenaktion des Bündnisses "Wir wollen wohnen"

Der DGB Nordrhein-Westfalen (NRW) hat im Bündnis mit dem Mieterschutzbund sowie Wohlfahrts- und Sozialverbänden im ersten Halbjahr 2019 über 31.000 Unterschriften für starke Mieterrechte und bezahlbaren Wohnraum gesammelt. Ein erster Erfolg: Die Landesregierung hat ihren Plan zurückgenommen, Mieterrechte zu schleifen. "Wir machen weiter Druck auf die Politik, denn viele Beschäftigte können es sich kaum mehr leisten, an ihrem Arbeitsort auch zu wohnen, und müssen weite Strecken pendeln", sagt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW.

Stadtführung in Koblenz

Eine Stadtführung als politische Veranstaltung? Die Idee ging in Koblenz auf. Das Motto der Stadtführung Die Veränderung der Stadt zielte auf das Thema Wohnraum ab. Fachleute kamen mit interessierten Anwohnerinnen und Anwohnern ins Gespräch. Dann folgte ein Podium mit Oberbürgermeister David Langner sowie dem Bundestagsabgeordneten Detlef Pilger, Vorsitzender der Genossenschaft Modernes Wohnen, zur Frage: Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es, damit Wohnen bezahlbar bleibt? "Das Format war neu und hat gepasst", so Sebastian Hebeisen vom DGB-Stadtverband Koblenz.

Studie zum Wohnen in Hannover

In Hannover hat sich das Team um Regionsgeschäftsführer Torsten Hannig und Regionssekretär Ruben Eick für einen anderen Weg entschieden: Ihre fundierte Analyse der Wohnsituation zeigt, welche Probleme selbst Mittelschichtsfamilien bei der Wohnungssuche haben. "Wenn hart arbeitende Kollegen kaum noch zu akzeptablen Bedingungen Wohnungen mieten oder gar kaufen können, ist das allgemeine Wohlstandsversprechen aufgekündigt", konstatiert Hannig. Ihre Studie präsentierten sie der Politik deshalb zusammen mit handfesten Forderungen für eine Verbesserung der Situation.

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Foto: DGB-Region Südwestsachsen