Corona-Pandemie: Harte Zeiten auch für Studierende

Bettelarm: Studenten in der Coronakrise

Die Corona-Pandemie scheint die Zahl der Studienabbrüche in die Höhe zu treiben. So berichtet der Tagesspiegel mit Berufung auf die Staatskanzlei Wissenschaft über erste Zahlen der Berliner Hochschulen: Demnach haben dort zwischen Februar und Juni dieses Jahres 5.500 Studierende ihr Studium abgebrochen. Dies seien 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

"Corona-Hilfen reichen vorn und hinten nicht"

Als Grund gilt unter anderem die schwierige finanzielle Situation. Viele Studierende haben in der Pandemie ihre Nebenjobs verloren, mit denen sie sich zuvor über Wasser hielten. Zwar hat die Bundesregierung eine Überbrückungshilfe für notleidende Studierende eingeführt, aber diese wird unter anderem von der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Elke Hannack als unzureichend kritisiert: "Die Corona-Hilfen reichen vorn und hinten nicht. Die Bundesbildungsministerin muss hier schnellstens nachlegen. Am besten wäre es, das BAföG krisenbedingt für mehr Studierende zu öffnen."

Wird ein Antrag auf Überbrückungshilfe positiv beschieden, bekommen die Studierenden maximal 500 Euro für je drei Monate. "Das reicht nicht zum Leben", so Hannack.

Zudem wird im Bundesschnitt mehr als jeder dritte Antrag abgelehnt. Grund muss dabei nicht etwa sein, dass die Studierenden in einer finanziell sicheren Situation sind. Für einen negativen Bescheid reicht es, wenn sie nicht ausreichend nachweisen können, dass ihre Not durch die Pandemie verursacht wurde.

DGB-Jugend unterstützt Proteste

Um auf die schwierige Situation der Studierenden aufmerksam zu machen, unterstützte die DGB-Jugend das Bündnis Solidarsemester in den vergangenen Wochen bei zahlreichen Protesten. Die Gewerkschaftsjugend fordert: Studierende brauchen echte Unterstützung, ohne in Verschuldung getrieben zu werden. 

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