Arbeiten bis zur Erschöpfung

Nine to five war früher, jetzt heißt es nine to nine: Seit April wurden die Regelungen für die Arbeitszeit in der Corona-Krise für bestimmte Branchen gelockert. Viele arbeiten in der Krise bis zu Erschöpfung. Ob Gesundheitswesen, Einzelhandel oder öffentlicher Dienst. Und das mit Arbeitszeiten bis zu zwölf Stunden und verkürzten Ruhepausen. Die neuen Regelungen  gelten vorerst noch bis Ende Juni.

Was sind gute Arbeitsbedingungen?

Gewerkschaften setzen sich für gute Arbeitsbedingungen für Beschäftigte ein. Geregelte Arbeitszeiten gehören dazu. Anja Piel aus dem Vorstand des DGB sagt dazu: "Das Aufweichen der Ruhezeiten und die Verlängerung von Arbeitszeiten waren ein Tritt vors Schienbein der Beschäftigten. Auf der einen Seite wird auf den Balkonen applaudiert. Und auf der anderen Seite werden Ruhezeiten verkürzt. Das ist wirklich grob fahrlässig gegenüber Menschen, die hart arbeiten."

Was halten Sie von längeren Arbeitszeiten? Was sind für Sie gute Arbeitsbedingungen? Was soll sich ändern, wenn die Krise vorbei ist? Schreiben Sie uns!

Wer hat mehr verdient?

In der Krise sind es übrigens überwiegend Frauen, die den Laden am Laufen gehalten haben und halten. Der Frauenanteil in den „systemrelevanten Berufsgruppen“ liegt bei knapp 75 Prozent (In Krankenhäusern arbeiten 76 Prozent Frauen, im Einzelhandel 72,9 Prozent, in Kindergärten und Vorschulen 92 Prozent).
Diese Jobs sind in den meisten Fällen nicht gut bezahlt. Anja Piel wünscht sich deshalb: „Das Klatschen auf den Balkonen und der Respekt, der gezeigt wird, müssen nach der Krise tatsächlich Konsequenzen zeigen. Wenn auf dem Lohnzettel der systemrelevanten Berufe dauerhaft mehr steht – dann war der Applaus ernst gemeint.“

Was meinen Sie dazu? Wer hat mehr verdient? Welche Berufe sollten aufgewertet werden? Wir freuen uns über Ihre Ideen!